Ich habe Running Moments gegründet, weil ich vom Laufen im allgemeinen und von ChiRunning im besonderen sehr begeistert bin. ChiRunning legt im Gegensatz zum „Power Running“, das sich stark an „no pain no gain“ orientiert, den Schwerpunkt auf die Konzentration nach innen – Geschwindigkeit resultiert aus Entspannung. Die Lauftechnik hat mich so fasziniert, dass ich den Wunsch entwickelte, sie anderen Menschen professionell beibringen zu können. Das habe ich gelernt und biete hier meine Tätigkeit als ChiRunning/ChiWalking Instruktor an.

Wie kommt es zu dem Namen?

Bei meinem ersten 100 Km Lauf hatte ich tatsächlich bereits nach 25km einen „Durchhänger“, wie man so schön sagt. Die kommen bei Ultras bekanntermaßen vor, gehen aber auch wieder weg. Doch das theoretische Wissen, dass das bald wieder vorüber geht bringt einem herzlich wenig, wenn man in der Situation steckt. Ich quälte mich die Straße (!) hoch, natürlich gings bergauf auf einer langweiligen Straße und nicht auf einem schönen Trail, es wurde so langsam richtig warm, und dann machte ich etwas, das man wirklich nicht tun sollte: ich fing an zu rechnen. Wie lange ich schon unterwegs war und wie viel ich noch laufen musste – nicht gut, gar nicht gut, dachte ich. Dass ich noch 75 Kilometer laufen müsste war einfach unvorstellbar, es gab dazu einfach kein passendes Bild für den Kopf. Noch einen Marathon….und dann aber immer noch über 30 km….oder hab ich mich verrechnet, ja, bitte, ich hab mich verrechnet, dachte ich, wir einigen uns auf verrechnet….aber nein, dem war nicht so. Noch 75 km, da beißt die Maus keinen Faden ab. Doch ich fand einen Ausweg aus der Situation, die Lösung lag im Augenblick, in etwa so, wie Beppo Straßenkehrer das bei Momo erklärt. Nur anstelle von Schritt-Atemzug-Besenstrich war da ChiRunning – hier sagen wir, dass Laufen im Prinzip eine Abfolge von einbeinigen Ständen ist. Also konzentrierte ich mich auf den einbeinigen Stand, so wie ich ihn im Workshop gelernt hatte. Und die Erfahrung war phänomenal: in etwa so, als wenn man sich erschöpft endlich zuhause mit dem ganzen Körper auf ein Sofa werfen kann, oder wie wenn man ins warme weiche Wasser des Thermalbads hineingleitet, so entspannend war es, bei jedem Schritt wie in Zeitlupe den Boden unter den Füßen zu spüren. Zu spüren, wie er mich trägt und stützt, wie er mein Freund ist. Das war kurz nach meiner ChiRunning Instruktor Ausbildung, so hatte ich noch die Worte im Ohr, die wir uns gegenseitig zuriefen, um die Lauftechnik zu perfektionieren: „sit up in the chair“ „where is the wheel?“ etc. Wenn ich nur nach innen schaute, mich gerade ausrichtete und entspannte, lief es wunderbar, im wahrsten Sinne des Wortes. Sprang die Aufmerksamkeit davon weg und hin zum Weg, der vor mir lag, war es schlichtweg unerträglich. Ich war sozusagen gefangen im Augenblick aber fühlte mich darin völlig frei paradoxerweise. Dass man im Augenblick sein soll, hat man schon oft gehört, aber diese Unmittelbarkeit der Erfahrung empfand ich sehr inspirierend. 

So hält das Laufen für aufmerksam Übende einen breiten Erfahrungsschatz vieler verschiedene solcher kleineren und größeren Lektionen bereit. Das ist es, was mich am meisten fasziniert. Der Unterschied zu theoretischem Wissen ist bei solch einer direkten Erfahrung extrem und kaum in Worte zu fassen. Mit Running Moments möchte ich zu diesem Fundus – am besten durch vermittelte persönliche Erfahrungen beitragen.